Was jeder Mensch seit Anbeginn der Zeit möchte ist ein direkter Weg von A nach B, wenn wir uns selbst fortbewegen. Das ist das grundlegende Ziel der Mobilitätsplanung.

von Johannes Schürmann

Verkehr verursacht Kosten. Und zwar nicht nur in Form von Planung, Infrastruktur, und Unterhaltung, sondern auch durch den Einfluss auf Mensch und Umwelt. Kosten, die die ganze Gesellschaft tragen muss. Jede*r einzelne von uns. Kosten durch Unfälle, Luftverschmutzung, Lärmbelastung und Klimafolgen. Doch wie hoch sind diese externen Kosten in der Stadt München?

In Kooperation mit Green City e.V.


Eine Berechnung für München zeigt nun: jeder zurückgelegte Weg mit dem Pkw kostet die Gesellschaft 36 ct, mit dem Fahrrad 10,5 ct, mit dem ÖPNV 4,4 ct und zu Fuß 2,5 ct (siehe Diagramm Externe Kosten pro Weg).

Die Kosten im Radverkehr entstehen rein durch die Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen Radfahrende unfallverursachend sind. Anders als bei Unfällen des motorisierten Verkehrs werden die Radfahrenden dabei meist auch selbst verletzt. Unsere Meinung ist: Diese Zahl ist viel zu hoch und zeigt den dringenden Handlungsbedarf, die Radinfrastruktur in München sicherer zu gestalten (siehe Diagramm Unfallkosten).

Die durch den Pkw-Verkehr entstehenden externen Kosten pro Weg sind nicht nur um ein Vielfaches höher als mit dem Rad, sondern auch sehr viel weitreichender. Sie beinhalten neben den Unfallkosten auch Kosten durch Luftverschmutzung, Lärmbelastung und Klimafolgekosten (siehe Diagramm Gegenüberstellung Kosten und Nutzen). Davon sind alle Münchner*innen betroffen und besonders durch Klimafolgen auch viele Menschen weit über das Stadtgebiet hinaus.

Der Rad- und Fußverkehr, also aktive Transportmittel, gehören neben dem ÖPNV nicht nur zu den Verkehrsmitteln, die die geringsten gesellschaftlichen Kosten verursachen, sondern sie erzeugen zudem einen hohen Nutzen, welcher die Kosten bei weitem übersteigt (siehe Diagramm Gegenüberstellung Kosten und Nutzen). Die körperliche Aktivität hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile und führt zu einer verringerten Sterblichkeitsrate. Dies ist nicht nur für jede*n einzelne*n Radfahrer*in und Fußgänger*in erstrebenswert, sondern auch in Bezug auf die Gesellschaft und damit volkswirtschaftlich von Bedeutung.

In München werden mit jeder Unterwegsstunde mit dem Rad und zu Fuß Kosten in Höhe von 5,10 € bzw. 6,30 € eingespart. Danke liebe Radler*innen und Fußgänger*innen!

Betrachtet man die Gesamtheit der externen Kosten, ist auf den ersten Blick zu sehen: Ein Großteil der externen Kosten wird durch den Pkw-Verkehr verursacht. Nimmt man alle Effekte zusammen, zeigt sich: auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sollte insbesondere der Fuß- und Radverkehr gefördert werden. Dieser hat geringe externe Kosten und einen ausgesprochen großen externen Nutzen. Der ÖPNV stellt die beste Alternative zum nicht-motorisierten Individualverkehr dar, da dabei die externen Kosten pro Weg (Nutzen noch nicht mit eingerechnet) zwar geringer sind als im Radverkehr, jedoch die Kosten für die Infrastruktur aus betriebswirtschaftlicher Sicht als weitaus höher anzunehmen sind.

Wenn immer mehr Autofahrende auf aktive und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, profitieren alle Einwohner*innen davon! Die externen Kosten sinken, der Nutzen steigt. Deshalb setzen wir uns für eine Stärkung der Radinfrastruktur in München ein!

Die detaillierten Ergebnisse der Analyse zu den externen Kosten der Stadt München sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Sie beziehen sich, falls nicht anders angegeben, auf ein Jahr. Die Berechnung beruht auf Zahlen der Stadt München und Kostensätzen aus der Fachliteratur.  

Hintergrund zur Berechnung:

Grundlage der Berechnung ist das unter Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer an der Universität Kassel entwickelte und durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte, IT-gestützte Tool NRVP 2020 – Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich?

Für alle Interessierten gibt es hier eine detaillierte Auflistung aller Datenquellen und Annahmen sowie Interpretationshilfen zu den einzelnen Kennwerten für München:
NRVP 2020_München_Ergebnisse und Hintergründe.pdf

Eine Berechnung auf Basis desselben Tools wurde auch für die Städte Kassel, Bremen und Kiel durchgeführt. Die Ergebnisse wurden hier veröffentlicht und können als Vergleichswerte dienen.

von Johannes Schürmann
Viele kleine Verbesserungen bewirken etwas. Aus diesem Grund wollen wir hier Ideen aufzeigen, wie auch mit einfachen Maßnahmen Veränderungen erzielt werden können.

Parallel zur vielbefahrenen Plinganserstraße und Wolfratshauser Straße führt diese Strecke durch ein ruhigeres Gebiet vom Stemmerhof bis zu den ehemaligen Siemenswerken in Obersendling.

Die kreuzungsfreie Verbindung vom Bavariapark an der Theresienwiese über die Brücken des Max-Hirschberg-Weges zum Westpark ist ein echter Geheimtipp

Einfach von Tür zu Tür radeln geht schneller als viele denken.

Die Hochuferradwege sind weniger bekannt im Vergleich zum Isarradweg.

Kreuzungsfrei mit 5 Unterführungen durch den Perlacher Forst nach München

Wer so einen Arbeitsweg hat braucht eigentlich keinen Urlaub mehr.